Xbox360slimIn vier Wochen soll die neue Xbox 360 auch in Deutschland verfügbar sein, in den USA wird sie bereits ausgeliefert. Nach der kurzen Vorstellung auf der E3 verriet Microsoft zusätzlich einige Details. Unter anderem gibt es keinen Slot für Memory Units mehr, dafür aber fünf USB-2.0-Ports.

In seinem Blog hat Microsofts Produktmanager Boris Schneider-Johne einige Details zur neuen Xbox 360 erklärt. Neben dem um 30 Prozent geschrumpften Gehäusevolumen fällt zuerst die geänderte Schnittstellenausstattung auf. An der Vorderseite der Konsole gibt es unter einer kleinen Abdeckung weiterhin zwei USB-Ports, an der Rückseite aber drei statt bisher einem. Diese sind unmittelbar nebeneinander angebracht, so dass breite USB-Sticks mehr als eine Buchse belegen können – das lässt sich mit einem kleinen Kabel lösen.

Ein Adapter für den digitalen Tonausgang (S/P-DIF) ist nicht mehr nötig, die entsprechende TOS-Link-Buchse besitzt die neue Xbox ab Werk. Wie bisher gibt es auf der Rückseite außerdem Ports für Fast-Ethernet, HDMI und das weiterhin externe Netzteil. Microsoft hat es nicht in die Konsole integriert, es soll aber laut Schneider-Johne deutlich kleiner und leichter sein. Alte Netzteile funktionieren nicht mit der neuen Konsole.

Microsofts proprietäre Buchse für analoge Videoverbindungen ist noch vorhanden, alle Kabel dafür sollen auch mit der neuen Konsole kompatibel sein. Nicht von außen zu sehen ist das ins Gerät integrierte WLAN-Modul nach 802.11n, das den bisherigen USB-Adapter für drahtlose Vernetzung überflüssig macht.

Zwei wichtige Änderungen betreffen die Speichermedien. Den Steckplatz für die bei Microsoft „Memory Units“ genannten Speicherkarten gibt es nicht mehr. Beim Wechsel von einer älteren zur neuen Xbox müssen Daten wie Spielstände zunächst mit der früheren Konsole auf USB-Medien kopiert und dann auf das neue Gerät übertragen werden. Seit April erlaubt Microsoft auch die Verwendung von USB-Sticks für Spielstände und persönliche Daten, die Stecklinge dürfen aber nur bis zu 16 GByte groß sein.

 

Festplatte hochkant in neuem Gehäuse

Die zweite Neuheit: Die jetzt 250 GByte große Festplatte ist nicht mehr waagerecht oben auf der Konsole angebracht, wo sie sich bisher mit einem Handgriff abnehmen ließ. Stattdessen befindet sie sich hochkant im Gehäuse, nach dem Öffnen einer Abdeckung kann sie dort an einer Lasche herausgezogen werden. Eine nackt im Blechrahmen sitzende 2,5-Zoll-Platte wie bei der Playstation 3 ist das Laufwerk bei Microsoft aber weiterhin nicht, es steckt nun in einem trapezförmigen Kunststoffgehäuse, wie ersten Bildern zu entnehmen ist.

Dort ist auch zu sehen, wie Microsoft das neue und leisere Kühlsystem realisiert hat. Offenbar saugt die Konsole an ihrer rechten Seite Frischluft an und bläst sie erwärmt nach oben aus. Gegenstände auf das Gerät zu legen ist also weiterhin – wie bei jeder Elektronik – eine schlechte Idee.

Wie Boris Schneider-Johne berichtet, gibt es noch einen neuen kleinen Steckplatz an der Rückseite der neuen Xbox, er versorgt die Bewegungssteuerung Kinect mit Strom. An älteren Konsolen funktioniert das Zubehör, dessen Preis noch nicht feststeht, zwar auch, es muss dabei aber mit einem mitgelieferten Netzteil betrieben werden.

 

Der Microsoft-Manager will sich zum Eindruck der Lautheit der neuen Konsole noch nicht äußern, weil er sie noch nicht in einem ruhigen Raum ausprobieren konnte. Das sieht auch Engadget so, betont nach ersten kurzen Erfahrungen im Messetrubel, die neue Xbox wirke tatsächlich deutlich leiser. Laut Boris Schneider-Johne hat Microsoft nicht nur das Kühlsystem, sondern auch das oft kritisierte Laufwerk entsprechend überarbeitet.

In den USA wird die neue Xbox 360 bereits ausgeliefert. Sie soll bis zum Ende der Woche bei zahlreichen Händlern für 299 US-Dollar plus Steuern verfügbar sein. Nach offizieller Lesart trägt die Konsole weder „Slim“ noch „Small“ als Namenszusatz. In Deutschland soll sie ab dem 16. Juli 2010 auf den Markt kommen. Wie Microsoft gegenüber Golem.de bestätigte, beträgt die unverbindliche Preisempfehlung 249 Euro, und nicht 299 Euro, wie das Unternehmen bei der Vorstellung der Konsole auf der E3 noch angab.

Quelle: Golem.de